31.12.02
- 18. Silvesterlauf
Belagerungszustand in
Britzingen - 750 Teilnehmer
|
50 v.Chr.
Ganz Gallien ist besetzt. Bis auf dieses kleine unbeugsame Dorf.
Man
schreibt das Jahr 2002, nur noch wenige Stunden. Und die Besatzer
sind willkommen. Ihre Kampfausrüstung: ein paar Laufschuhe. Den
milden Temperaturen an diesem Silvestertag angemessen kurze
Hosen, ein Hemd, es herrschen ideale Laufbedingungen.
Panem et
circenses, geboten werden Neujahrsbrezel und Laufwettkampf. Dies
zieht die Kämpfer in Scharen an, 750 Läuferinnen und Läufer,
dazu jede Menge Zuschauer verwandeln die Winzergemeinde
Britzingen im Markgräfler Land für einige Stunden in ein
belebtes Zentrum, ein Dorf platzt aus den Nähten.
 |
 |
 |
| Gedränge
im kleinen Winzerdorf |
Genussläufer
Michael Lacher / Sektflasche |
Herbert Hug
M70 |
Denn das
Spektakel loben zu wollen, das Herbert Hebek und Armin Imgraben
mit ihren vielen Helfern zum Jahresende hier veranstalten, hieße
wahrlich, Eulen nach Athen zu tragen. Auch die neue Maßnahme,
Anmeldungen nur mit gleichzeitiger Überweisung des Startgeldes
zu akzeptieren - Nachmeldungen sind erst gar nicht möglich - hat
sich voll bewährt. Selbst wenn vereinzelte Kritik daran im
Vorfeld zu hören war, alles muss ehrenamtlich bewältigt sein
und die Startnummernausgabe lief trotz der vielen Teilnehmer auf
diese Weise sehr zügig ab, im Interesse aller.
Nach den
Schülerläufen folgt der Hauptkampf: zehn Kilometer. Voller
Erwartung drängen sich alle hinter der Startlinie. Ein Jahr geht
zu Ende, Läufererinnerungen werden getauscht, Pläne für 2003
besprochen, doch was geht heute? Keiner ist wie immer richtig
trainiert, die übliche Läuferroutine halt, und doch fiebern
alle dem Start entgegen. Der Startschuss fällt und 1500
Läuferbeine zeigen, was in ihnen steckt. Unter den Anfeuerungen
der Zuschauer hat das Feld einige 100 Meter Zeit sich zu
sortieren, bevor es Britzingen verlässt: Es gilt die richtige
Position zu finden, bevor es auf einem schmäleren Fahrweg
tüchtig hinab geht nach Güttigheim, entsprechend hoch ist das
Tempo.
 |
 |
 |
| Lass die Sau raus,
Schlusssteigung zum Ziel |
Susanne Trimpin im Ziel |
Birgit Bär;
Neujahrsbrezel für jede/n Läufer/in |
Über St.
Ilgen führt der hügelige Rundkurs hinab nach Buggingen. In den
Ortschaften gibt es viel Beifall der zahlreichen Zuschauer,
Freunde und Bekannte werden durch lautstarke Zurufe unterstützt.
Doch der hervorragende Ruf des Laufes dringt weiter, lockt
Lauffreunde aus dem Elsass an, Wilhelmshaven, Trier, Bonn... Wer
zur Silvesterfeier ins Markgräfler Land reist, ein paar
Laufschuhe sein eigen nennt und hier nicht startet, ist selbst
schuld.
Ab
Buggingen ändern wir die Laufrichtung wieder in Richtung
Britzingen, die verlorenen Höhenmeter vor Augen. Falls man nicht
gerade an der Spitze mitläuft, wo sich die üblichen
Verdächtigen der regionalen Laufelite um den Sieg streiten,
zeichnet sich der weitere Weg auf meist asphaltierten
Wirtschaftswegen deutlich durch den langgezogenen Lindwurm von
Läufern ab. In Dattingen müssen dann die Reserven aktiviert
werden, während weiter vorne bereits alles entschieden ist. Nach
32:18 überquert Max Frei als erster die Ziellinie. Markus Jenne
kann den Spieß vom letzten Jahr umdrehen und verweist
Vorjahressieger Moritz Milatz auf den 3. Rang.
 |
 |
| Sieger
Männer v.l.: 2. Markus Jenne, 1. Max Frei, 3. Moritz
Milatz |
Sieger
Frauen v.l.: 2. Barbara Imgraben, 1. Renate Kieninger, 3.
Malorie Endewardt |
Barbara
Imgraben, die Lokalmatadorin vom TV Britzingen, muss sich nur
Renate Kieninger geschlagen geben, die die Frauenkonkurrenz in
39:17 für sich entscheidet, den 3. Platz belegt Malorie
Endewardt. Derweil befinden sich die meisten noch auf der
Strecke, kämpfen mit irgendwelchen Schweinehunden oder genießen
einfach den Tag, die Landschaft den Lauf... Einer der Müllheimer
Genussläufer trägt eine Flasche Sekt mit sich, hoffentlich die
ganzen 10 km, sonst wäre das kaum stilecht! Wieder in Britzingen
muss der Schlussanstieg bewältigt werden, 100 Meter vor dem Ziel
fordert ein Transparent alle nochmals auf die Sau rauszulassen,
maximale Herzfrequenz ist dann garantiert, so dass die meisten
schwer atmend die verdiente Neujahrsbrezel in Empfang nehmen.
Großer
Andrang herrscht hinterher auch in der Neuenfelshalle, hier
werden nicht nur die Siegerinnen und Sieger des Tages sowie des
Markgräfler Volkslauf-Cups geehrt (der Britzinger Lauf ist der
sechste und letzte dieser Serie), sondern auch viele attraktive
Sachpreise unter allen Teilnehmern verlost. Wer hierbei leer
ausgeht, hält sich an der reichen Kuchentheke schadlos.
|